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  • Nathanaël Wenger

Nachhaltigkeit in der Brillenbranche?

Aktualisiert: 10. Dez 2018

Der heutige Kunde konsumiert kritischer, bewusster und wenn möglich auch nachhaltiger. Fairtrade und biologisch angebaute Produkte verzeichnen noch immer ein starkes Wachstum. Dieser Trend ist eine Chance für alle traditionellen Augenoptiker aber auch eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen.



Heute weiss der Kunde, dass er am längeren Hebel sitzt. Er ist informiert, interessiert und verlangt eine fachmännische Beratung. Im Idealfall will er von uns auch unterhalten werden. Diese neue Art des Verkaufes ist höchst anspruchsvoll aber auch sehr befriedigend.


Als Augenoptiker und Fachperson müssen wir uns eingehend mit unseren Produkten, deren Produktion und Geschichte auseinandersetzen. Ein Augenoptiker, der seine Waren nicht kennt oder Preisunterschiede nicht klar begründen kann, verliert das Vertrauen seiner Kundschaft. Wir alle wissen, dass Vertrauen ein kostbares Gut ist und hart erarbeitet werden muss. Dies gilt sowohl für den Augenoptiker und den Brillenhersteller als auch für uns als Bindeglied zwischen beiden Gruppen.


Das Interesse an nachhaltig produzierten Brillen nimmt weiter zu. Brillen aus Naturmaterialien wie Holz und Horn erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Wir denken, dass sich Holzbrillen im Markt halten und etablieren werden. Holzbrillen entsprechen dem Zeitgeist. Der Kunde fühlt sich mit einer Holzbrille näher an der Natur. Gleiches gilt für die Hornbrille. Handwerk und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand.


Die Brille ist ein komplexes Gebilde und ein Ansatz Richtung Eco Design ist nur schwer umzusetzen. Am ehesten noch gibt der Produktionsstandort einen Hinweis darauf, ob eine Brille nachhaltig hergestellt wurde. ‚Made in Europe’ ist und bleibt ein starkes Verkaufsargument. Auch wenn es Firmen gibt, die mit der Herkunftsbezeichnung viel zu locker umgehen und Augenoptiker sowie Endkunden praktisch in die Irre führen. Trotzdem, eine Brille, die in Asien produziert wurde, muss nicht zwingend unökologisch sein. China hat in den letzten Jahren produktionstechnisch grosse Fortschritte gemacht und ist nicht mehr billig, abgesehen von den Produktionsstätten im Norden.


Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Qualität und Ökologie. Diejenige Brille ist am nachhaltigsten, die am längsten auf der Nase sitzt. Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt zwischen dem Kunden auf der einen Seite und den Augenoptikern und Produzenten. Letztere haben ein Interesse, die Tragezyklen einer Brille zu verkürzen, wir als Zwischenhändler natürlich auch.


Es ist gut, wenn nicht mehr gedankenlos konsumiert wird. Dieser Trend zwingt uns, auch unser Kaufverhalten kritisch zu hinterfragen, sich genauer mit unseren Produkten zu befassen und unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten in Form von ehrlicher Beratung und Brillen, die einfach anders sind.

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